Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: „Freuet euch“! Euer Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Sorget euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird euer Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.Phillipper 4, Verse 4 - 7
Am diesjährigen Muttertag fand in der Gemeinde Heiligenhafen ein besonderer Gottesdienst für die Gemeinden Heiligenhafen und Neustadt statt, welche ab dem 09. Mai 2021 dem Bezirk Kiel zugehörig sein werden. Dazu besuchten die beiden Apostel der Bezirke Lübeck und Kiel, Apostel Steinbrenner und Apostel Falk, die Geschwister in Heiligenhafen, ein großer Segenstag, denn noch nie waren 2 Apostel zur gleichen Zeit in der Gemeinde. Vor dem Gottesdienst spielten drei Streicher die Lieder „Weil ich Jesu Schäflein bin und „Wenn der Heiland“. Das Eingangslied „Mit dir, o Herr verbunden“ spielte unser Priester Andreas Tolle auf der Orgel. Unser Apostel Steinbrenner diente den anwesenden Geschwistern und denen, die sich am Telefon oder über Youtube mit der Gemeinde verbunden hatten, mit dem obigen Wort. Die Bad Segeberger Brüder übernahmen dazu die Technik. Nach dem Textwort erklang von der Orgel und Querflöte das Chorlied „Meine Seele ist stille zu Gott“. Bischof Beckmann besuchte zu dieser Zeit die Gemeinde Neustadt, die aufgrund der Coronalage nicht nach Heiligenhafen kommen durften. „Auch ihr seid so mittendrin“ tröstete der Apostel die Neustädter Geschwister. Zunächst übersandte der Apostel herzliche Grüße vom Bezirksapostel Krause, der an diesem Tag besonders seiner Geschwister in Heiligenhafen und Neustadt gedachte. Der Apostel erwähnte am Anfang seiner Predigt den heutigen Muttertag. Dieser löst bei vielen Geschwistern unterschiedliche Gefühle aus, nicht überall herrschen liebevolle Verhältnisse, bei manch einem gibt es einen Stich ins Herz. „Darauf nehmen wir Rücksicht“, so der Apostel. Auf das Wort eingehend betonte Apostel Steinbrenner, dass man Freude nicht anordnen kann. Die Gefühlslage der beiden Gemeinden wird bei jedem der Geschwister unterschiedlich sein. Nicht jeder ist voller freudiger Erwartung auf den neuen Bezirk, manch einer ist eher abwartend und zurückhaltend. Aber er versicherte den Gemeinden, es ist zu spüren, die Geschwister aus dem Kieler Bezirk freuen sich sehr auf den Zuwachs. Weiterhin betonte der Apostel, dass es Zeiten gibt, die einfach bedrückend sind, so wie aktuell die Coronapandemie. Aufgrund der Maske können wir uns nicht einmal anlächeln. „Wir können uns sicher sein, dass unser Himmlischer Vater und sein Sohn ganz eng miteinander sind, das ist Liebe pur“, meinte der Apostel. „Trotzdem hat Gott seinem Sohn nicht erspart, diesen besonderen Auftrag auf Erden zu erfüllen. Da könnte man denken, hat der ihn nicht lieb? Gott hat uns so lieb, dass er das Opfer zu Karfreitag von seinem Sohn ertragen lassen hat“, so führte der Apostel an. „Wir sind nicht größer als der Herr. Wir wissen nicht alles, verstehen nicht alles. Wir haben nicht auf alles eine Antwort. Der Herr Jesus wusste und konnte auch nicht alles. Wenn er damit zurechtkommt, dann können wir das auch“, machte der Apostel den Geschwistern Mut. Auch der Herr Jesus ist trotz seiner Vollkommenheit und grenzenloser Liebe auf Unverständnis, Zurückweisung, Widerstand, Verachtung und sogar Hass gestoßen. Wir als Sünder erleben das auch häufig. Aber der Herr ist in seiner Wiederkunft nahe, näher als wir denken. Im Textwort hieß es weiter, sorget euch nicht. Es bleibt nicht so. Wir sollen uns nicht an dem Vergänglichen aufreiben. Damit hat Gott aber nicht gemeint, kümmert euch um nichts. Wir müssen uns in der Schule oder der Arbeit kümmern, um unser Pensum zu schaffen. Auch in der Ehe und Familie können wir nicht gleichgültig sein. Wir dürfen gerne Kümmerer sein. Doch um die Dinge, an denen man sich aufreibt oder zermartert und keinen Frieden mehr findet, darum sollen wir uns nicht sorgen. „Alle eure Sorgen werfet auf ihn“ heißt es in einem bekannten Chorlied. Und es gäbe bei Gott keine Wartezeiten, keine Sprechzeiten und keine Grenzen. Wir können ihm alles sagen. Anschließend ging Apostel Falk auf das eingespielte Lied „Hab ich nur deine Gnade, Herr, dann ist alles gut“ ein. Er erwähnte auf sich selbst bezogen, dass er sich nicht immer auf die Gnade verlassen und orientiert hätte und daher nicht alles gut gelaufen ist. Aber es ist seine Gnade, die uns erwählt hat, es ist seine Gnade, die uns sein Wort schenkt, es ist seine Gnade, die uns jederzeit Vergebung schenkt, es ist seine Gnade, die es uns ermöglicht, den Tag des Herrn zu erreichen. Wir haben diese Gnade. Der Apostel forderte die Geschwister auf, sich daran festzuhalten, denn mit der Gnade ist es möglich, alle Höhen und Tiefen zu durchleben. Eine tiefe innere Freude überwiegt dann alles. „Jeder empfindet anders, das ist für jeden nachvollziehbar“, sagte der Apostel. Aber dann stellte er die Frage, ob es wirklich nachvollziehbar ist? Manchmal sind wir emotional so begeistert, und es kann dazu führen, dass uns das Verständnis für den anderen fehlt. Wir stellen Fragen: „Wieso stellt die/der sich so an“? „Wieso zieht die/der sich so zurück“? Der Apostel gab den Rat, immer die Liebe und Gnade Gottes zu nutzen, um eine Brücke zum Nächsten zu schlagen und die Hand zu reichen. Oftmals gilt es als unvernünftig, zuerst die Hand zu reichen. Nach menschlichen Maßstäben kann das unvernünftig aussehen, aber nach göttlicher Weise ist es sehr weise. Zum Schluss des Dienens erklärten beide Apostel noch einmal, es werden keine Grenzen, Gräben oder Stacheldrahtzäune gebaut. Beide Gemeinden blicken auf eine schöne Gemeinschaft im Bezirk Lübeck zurück. „Behaltet euch das weiterhin als einen besonderen Schatz im Herzen“ gaben beide Apostel als Wegbegleiter mit. Die Gemeinschaft dürfe auch weiterhin gerne fortgeführt werden, egal ob Jugend, Kinder, Senioren oder Orchester. „Aber wir blicken auch nach vorne. Ich bin mir sicher, auch im Bezirk Kiel wird von der Wiederkunft Jesu gesprochen und auch im Bezirk Kiel werdet ihr die Liebe und Nähe des Herrn spüren“, ermutigte Apostel Steinbrenner. „Wir bleiben weiterhin miteinander verbunden und sind irgendwann auch beim Herrn zusammen“. Als Bußlied spielten die 3 Geigen und die Orgel das Lied „Gott ist die Liebe“. Für die Gemeinde Neustadt wurde Priester Mayr als Vorsteher-Vertreter beauftragt. Der Apostel dankte dem Priester für die Übernahme der Aufgabe. Der Gottesdienst wurde mit dem Lied „O du mein Trost“, vorgetragen mit Orgel und Querflöte, beendet.
Neuapostolische Kirche